Rund um die fränkische Kartoffel
Sie blüht üppig und schön, verdankt ihren edlen Namen dem italienischen Wort für Trüffel und ist – obwohl verwandt mit Tomate und Paprika – irgendwie so richtig deutsch. Es geht um die Kartoffel. Genau, um Erdäpfel, Pommes, Potatoes, Chips, Detsch und so weiter. Bei uns geht es diesen Monat allein um die fränkische Kartoffel, die dafür allen, die sie für langweilig halten, eine Harke zeigt und in einigen raffinierten Variationen auf den Teller kommt.
Was für ein Glück, dass die Kartoffel so schön blüht, denn sonst wäre sie in Europa wohl nie bekannt geworden. Obwohl ihr Weg zu uns bis heute nicht wirklich nachvollzogen werden konnte, so gilt doch als sicher, dass etwa um 1570 Botaniker bei Spanienreisen auf die üppig blühende Kartoffel aufmerksam wurden. Dorthin war sie zuvor als Mitbringsel spanischer Eroberer aus Peru geraten. Und auch auf den kanarischen Inseln gab es um diese Zeit schon allerlei mit Kartoffeln kultivierte Felder, denn immer wieder enthielten Schiffsladungen aus Gran Canaria und Teneriffa auch das ein oder andere Fass Erdäpfel.
Dass die Kartoffel in der Folgezeit einen Siegeszug antrat, ist bekannt. Heute zählt sie in Mitteleuropa zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln, weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Und wie es sich für ein derart verwandlungsfähiges Gewächs gehört, sind die Möglichkeiten ihrer Zubereitung nahezu unbegrenzt. Beschränken wir uns daher auf die leckersten:
Wie wäre es zum Beispiel mit einem Cremesüppchen von der Kartoffel mit frischer Kresse, gefolgt vom Gänse-Geröstel mit frischem Gemüse und Kartoffeln? Oder lieber die deftige fränkische Variante als Kartoffelpüree mit Röstzwiebeln und Rotwurstscheiben, in der Luthersenf-Kruste gebraten? Herzhaft und – aufgepasst – ein bisschen amerikanisch ginge es auch, nämlich mit dem Kartoffelburger mit Rösti, gegrilltem Gemüse und Kräuterdip, allerdings mehr so im texanischen Stil und hausgemacht, natürlich. Frankreich-Fans werden zweifellos den Folienkartoffel mit hausgebeiztem Lachs, Kräuterquark und Salatbouquet favorisieren. Und wer auf die letzten knackigen Runden des Winters schon einen Vorgeschmack auf den Karfreitag haben will, der findet beim hausgemachten Kartoffelsalat mit gebratenem Lachsforellenfilet und Sauce Remoulade sein ganz persönliches Feiertagsgericht – nur eben jeden Tag, jetzt und bis 27. Februar.